Kommission Bibliotheken und Diversität

Der freie Zugang zu Wissen für alle Menschen unserer Gesellschaft ist eine zentrale Aufgabe der Bibliotheken. Unabhängig von kultureller und nationaler Herkunft, Geschlecht, Gender, Religion, Alter oder körperlichen und geistigen Fähigkeiten sollen Menschen die Bibliothek als Dritten Ort nutzen und dort relevante Informationen, Lektüre und Inspiration beziehen können. Dabei ist es nicht nur entscheidend, Chancengleichheit für alle sicherzustellen, sondern auch Gemeinsamkeiten zu entdecken und die Bibliothek zur Förderung eines aktiven gesellschaftlichen Zusammenlebens zu nutzen. Der Weg dorthin führt über die Anerkennung und Wertschätzung von Menschen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten, Merkmalen und Lebenswegen. Ziel der Kommission «Bibliotheken und Diversität» von Bibliosuisse ist es, die Vielfalt in Schweizer Bibliotheken zu fördern, den Vorstand von Bibliosuisse zu Fragen der Diversität zu beraten, die Mitarbeitenden von Bibliotheken und Informationsstellen für die Herausforderungen der Diversität zu sensibilisieren und zu informieren und einen Austausch zur Diversität innerhalb des Verbandes zu fördern. In der Kommission wirken Fachpersonen aus Schweizer Bibliotheken und Vertreter*innen von Schweizer Institutionen und Vereinen mit, die sich für die Diversität in ihren vielen Facetten engagieren.

Mitglieder

  • Céline Cerny, Médiation culturelle, Bibliomedia
  • Florian Gredig, Projektmanager Bibliosuisse
  • Nicole Grieve, Responsable Suisse romande, Pro Infirmis Fachstelle Kultur inklusiv
  • Felix Hüppi, Direktor PBZ
  • Suela Jorgaqi, Bibliotheksleiterin PBZ Hardau
  • Loreto Núñez, Direktorin, Bureau romand de l’Institut suisse Jeunesse et Médias ISJM
  • Marty Mo Pfister, Mitarbeiter Bibliothek im Regenbogenhaus
  • Dieter Rahm, Mitarbeiter Bibliothek im Regenbogenhaus
  • Tobias Schelling, Stellvertretender Leiter Stadtbibliothek Luzern
  • Ilena Spinedi, Co-Leiterin Interbiblio
  • Dieter Sulzer, Fachreferent Gerontologie ZHAW
  • Samia Swali, Responsable Bibliothèque Filigrane Genève
  • Eliane Wenger-Kaufmann, ehem. Leiterin Mediothek Kantonsschule Frauenfeld, Co-Präsidentin Verein Bibliothek der Kulturen

 

Diversität in Schweizer Bibliotheken

Die Kommission hat am 20. September 2022 ihre Arbeit begonnen. Für Fragen und Anregungen kontaktieren Sie bitte Felix Hüppi oder Florian Gredig.

 

Stellungnahme 19. Januar 2023

Unterstützung der Veranstaltungsfreiheit von Bibliotheken, insbesondere von Lesestunden mit Drag Queens und Drag Kings

In den letzten Monaten sind verschiedentlich Veranstaltungen in Kulturinstitutionen und Bibliotheken, die mit Beteiligung von Drag Queens und Drag Kings durchgeführt wurden, kritisiert oder gar gestört worden. Die Kommission Bibliotheken und Diversität von Bibliosuisse verurteilt solche Angriffe und stellt sich klar hinter Bibliotheken, die solche Veranstaltungen durchführen.

Bibliotheken sind Orte des freien Zugangs zu Wissen und Information, Orte der Meinungsbildung und Orte der Inklusion. Der Ethikkodex von Bibliosuisse betont in Artikel 1.a), dass Bibliotheken sowie Bibliotheksmitarbeitende jegliche Beschränkung des freien Zugangs zu Informationen ablehnen. Veranstaltungen sind genau wie Bücher und andere Medien eine Möglichkeit der Informationsvermittlung und deshalb frei zugänglich zu halten, ohne Einflussnahme Dritter. Insbesondere wird in Artikel 3.j) betont, dass sich die Bibliotheksmitarbeitenden nicht unter Druck setzen lassen und ihre Entscheide evidenzbasiert treffen. Und in Artikel 4.a) wird darauf hingewiesen, dass die Bibliotheken eine grösstmögliche Ausgewogenheit anstreben.

Die Lesestunden mit Drag Queens und Kings bieten Kindern die Möglichkeit, verschiedene Geschlechteridentitäten und Rollenvorbilder zu sehen. Damit werden die Kinder bei ihrer Meinungsbildung unterstützt und es wird Wissen über verschiedene Rollenbilder vermittelt. In Bibliotheken werden auch klassische Märchen erzählt, in denen oft traditionellere Rollenbilder vermittelt werden, womit Bibliotheken ein breites Spektrum abdecken und ihre Kund*innen selbst entscheiden lassen, welche Veranstaltungen sie besuchen möchten.

Die Kommission Bibliotheken und Diversität von Bibliosuisse lehnt deshalb jegliche Einflussnahme auf die Entscheide der Bibliotheken, die im Rahmen des Ethikkodex getroffen werden, ab und verurteilt diese Angriffe.